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Auf einen Blick:

- Maximon ist der Name eines Volksheiligen in Guatemala

- Es gibt verschiedene des Heiligen, in Santiago sieht er etwas aus wie ein Indianerhäuptling mit jeder Menge Krawatten.

- Dem Idol werden Zigaretten, Zigarren, Rum und Geld geopfert.

- Maximon wird oft mit eine bösen Geist assoziiert. Von ihm erbitte man eher Rache und Vorteil auf Kosten anderer.

- Die Herkunft Maximons ist unklar. Er war Sexgott der Maya, vielleicht aber auch ein christlicher Missionar.


Flagge Guatemala

 


 

 


Maximón in Santiago Atitlán



Maximón, ganz allgemein gesprochen, ist der Name eines Volksheiligen in Guatemala, und etwas spezieller eines Maya Idols in Santiago Atitlán. Um letzteren geht es hier.

Maximón ist in mancher Hinsicht die Hauptattraktion des Ortes, so richtig leicht zu erklären ist das Ganze allerdings nicht. Auf den ersten Blick sieht es aus, als hätte jemand eine Schaufensterpuppe genommen und als Indianerhäuptling verkleidet, ein Scherz also. Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht.

Maximon in Santiago Atitlan


Fangen wir mal mit dem Outfit an. Es besteht im Großen und Ganze aus Seidentüchern. Es sieht ein wenig so aus als trage er jede Menge Krawatten. Dazu kommt ein Hut. Das Gesicht ist eine geschnitzte Maske, nichts Besonders wirklich, die ganze Gestalt wirkt wirklich ein wenig wie der erwähnte Häuptling. Ich meine das nicht respektlos, mir fehlen nur einfach die Worte.


Was einem sofort auffällt ist, dass Maximón permanent eine Zigarette im Mund hat. Er wird flankiert von zwei mehr oder weniger traditionell gewandeten Einheimischen, ein dritter sitzt ihm gegenüber und spricht in ausländischer Zunge zu dem Idol (ich vermute mal Maya). Der Raum, in dem Maximón residiert, hat in etwa den Charme einer Hippiehöhle aus den 70ern. Er ist völlig verqualmt, überall stehen Kerzen, Blumen, Girlanden, ab und zu wird Maximón auch mal ein Schälchen Rum eingeflößt. Genial.



Ob es sich bei Maximon um eine Gottheit handelt oder einen Heiligen, so ganz klar ist es nicht. In einer ganzen Reihe von Fällen wird er eher mit einem bösen Geist assoziiert, den man nicht verärgern will. Das passt ja auch zum Auftritt.

Selbst wenn man ihn nicht als Bösewicht und Schurken darstellt, das Wort Wohltäter fällt in seinem Zusammenhang eher nicht. Er wird manchmal als eine Art Bindeglied zwischen Hölle und Himmel betrachtet. Wer zu ihm betet will weniger Gutes tun, sondern sich rächen oder auf anderer Leute Kosten einen Vorteil verschaffen. Irgendwie gefällt mir das Konzept.



Die Hintergründe des Maximón Kults sind glaube ich nicht ganz klar. Zumindest gibt es unterschiedliche Versionen der Geschichte. Es scheint eine Mischung aus dem Maya Gott Mam zu sein und katholischen Einflüssen. Er wird andernorts unter dem Namen San Simon verehrt.


Ursprünglich ging man davon aus, dass es sich bei ihm um einen Priester handelte, der sich um das Seelenheil der Eingeborenen kümmerte, einige Forscher halten Maximón dagegen für eine Inkarnation des Sex Gottes der Maya. Da diese Version wesentlich lustiger ist, halte ich mich mal daran.

Demnach stieg Maximón den Frauen der Bauern nach, während diese auf dem Feld arbeiteten und zwar nicht nur einer sondern allen. Die gehörnten Bauern nahmen das Ganze nicht gerade mit Humor. Sie hackten ihm Arme und Beine ab (das erklärt die fehlenden Arme und Beine beim Idol). Wie es Maximón schaffte, in dieser Version vom arm- und beinlosen Ehebrecher zum hoch verehrten Gott aufzusteigen, ist allerdings unklar.

Wenn es so war, beweißt das sicher aber seine Klasse und erklärt, warum ihm gleich alle Bäuerinnen des Dorfes verfielen. Vielleicht war er ein silberzügiges Teufelchen? Es würde auch erklären, warum er ständig von drei Männern bewacht wird. Sicher ist sicher.

Alles in allem finde ich, dass dies eine schlüssige Erklärung für den Kult ist. Selbst das Rauchen und Trinken erklärt sich so. Immerhin war der Ärmste zum Nichtstun verdammt. Da kann man sich schon mal ein schlechtes Laster angewöhnen.



In einer anderen Version (nur der Vollständigkeit halber) verbot die Kirche den Einheimischen, zu ihren alten Göttern zu beten. Darüber waren sie so verzweifelt, dass ein Priester ihnen riet, in den Wald zu gehen und nach einem hohlen Baumstamm zu suchen. Das Heulen darin wären die Stimmen ihrer Götter. So taten sie und aus dem Stamm des Baumes schnitzen sie die Maximón Maske. Die Version ist vielleicht nicht völlig abstrus, ich halte mich trotzdem an den Bäuerin Verführer.


Zu Ostern wird Maximón übrigens ausgeführt. Er nimmt mit all den anderen Heiligen an der offiziellen Osterprozession teil. Zwar muss er ganz ans Ende, darüber kann sich der alte Schwerenöter aber nicht beschweren. Immerhin ist er Kettenraucher und bekennender Suffkopf. Dass die Katholiken ihn bei der Veranstaltung überhaupt mitmachen lassen, muss man fast schon tolerant nennen.


Die Geschichte mit und um Maximón ist einfach skurril und entsprechend würde ich jedem ans Herz legen, dem Gott einen Besuch abzustatten. Zigaretten nicht vergessen, und gegen eine Pfütze Rum hat er dem Vernehmen nach auch nichts. Seine "Kapelle" ist etwas schwierig zu finden. Wer den Führern am Hafen entkommen ist, sollte einfach ein paar Kinder fragen. Die führen einen gern und gegen Entrichtung eines deutlich geringeren Obolus als er bei den Geiern am Hafen fällig wird.




 

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